Fliegeruhren – Eigenschaften und Geschichte der Fliegeruhr

Fliegeruhren- Anforderungen und Hersteller von bekannten FliegeruhrenFliegeruhren haben häufig verlängerbare Armbänder, so dass man sie auch über einer Fliegerjacke tragen könnte. Besonders Männer mit sehr starken Handgelenken schätzen diesen Umstand sehr. Außerdem sind die Zifferblätter sehr klar und aufs Wesentliche reduziert. Wegen der großen Zeiger und dem kontrastreichen Untergrund sind sie sehr leicht lesbar. Vorbilder für die heutigen Fliegeruhren sind die sogenannten Navigations-Beobachtungsuhren der Navigationsoffiziere der deutschen Luftwaffe im zweiten Weltkrieg. Fliegeruhren sind außerdem sehr viel unempfindlicher gegen Stöße oder Kratzer und sind je nach Modell bis zu verschiedenen Tiefen wasserdicht.
Von der technischen Ausführung her findet man im Handel eine Vielzahl verschiedener Modelle. Es gibt reine Chronographen, Modelle mit Handaufzug- und Automatikmodelle. Bei sehr vielen gibt es dann noch ein drehbares Ziffernblatt, für die Navigation. Mit ihr konnte man auch solche Berechnungen, wie z.B. Treibstoffverbrauch und Durchschnittsgeschwindigkeit schneller berechnen. Sinnvoll war bei Fliegeruhren während des Krieges auch eine Playback-Funktion, mit der durch Betätigung eines Drückers Zwischenzeiten gestoppt werden konnten. Dies findet man auch heute wieder bei neueren Modellen.

Einige Hersteller haben sich bereits sehr früh auf die Herstellung von Fliegeruhren spezialisiert. Schon in den 30er Jahren wurden diese Uhren zu einem Renner, da man mit der Fliegerei eine gewisse Abenteuerlust, Freiheit und eine ganz gewisse Form von Männlichkeit verband, die sich jeder einzelne durch den Kauf einer Fliegeruhr zu eigen machen wollte. Dieses Image der Fliegeruhren ist ungebrochen und auch heute noch werben die Firmen damit, dass Träger solcher Uhren besonders „sportlich“ und “ dynamisch“ seien.

Was sind die bekanntesten Hersteller von Fliegeruhren?

Die Firma Steinhart in der Schweiz stellt neben anderen hochwertigen Uhren auch eine bekannte Fliegeruhr, die Nav B, her. Diese wurde historischen Vorlagen nachempfunden und dennoch den modernen Anforderungen angepasst.
Hamilton produziert eine große Bandbreite von Fliegeruhren mit sehr vielen technischen Möglichkeiten, die mehr oder weniger den Originalen nachempfunden sind. Einige haben dadurch jedoch den typischen Look einer Fliegeruhr verloren.
Fortis stellt noch klassische Modelle her, passt sein weiteres Sortiment aber auch an die Ansprüche der modernen Zeit an.
Archimede Fliegeruhren sind in ihrer Aufmachung sehr schlicht und ursprünglich. Aber die technische Ausstattung ist sehr hochwertig und edel.
Die Firma Breitling verdankte der Fliegeruhr Navitimer ihr Comeback in den 80er Jahren. Sie ist wohl eine der Bekanntesten Fliegeruhren überhaupt.
Aber auch die Firmen, Laco, Citizen oder Junkers haben diesen Markt erobert und bieten in verschiedenen Preiskategorien sehr schöne, erschwingliche Fliegeruhren an.

Geschichtliches zur Entstehung der Fliegeruhr

Die erste Uhr mit Navigationsmöglichkeit hatte Philip van Horn Weems erfunden. Auch Charles Lindbergh hatte bei seinem Pionierflug im Jahre 1927, als er in 33,5 Stunden den Atlantik von New York nach Paris überflog erkannt, dass man als Pilot einen Zeitmesser benötigt. Deshalb entwarf er anschließend eine Fliegeruhr mit drehbarem Ziffernblatt. Diese konnte man dann zur Längengradbestimmung einsetzen. Der Schweizer Uhrenproduzent Longines griff diese Idee auf, verbesserte dieses Modell weiter und die legendäre Lindbergh Uhr war geboren, welche noch heute als Ursprung der Pilotenuhren gilt.

Bekannte Modelle von Fliegeruhren als Anlageobjekt

Wer heute eine Stundenwinkeluhr mit dem Kaliber 18.69 N aus dem Jahr 1937 besitzt, bekommt bei einer möglichen Versteigerung wahrscheinlich den Gegenwert eines Mittelklassewagen. Echte Sammlerstücke aus den Anfangsjahren können je nach Zustand aber auch viel mehr kosten. Sie sind als Wertanlage sehr beliebt, aber fast nicht mehr zu bekommen. Stundenwinkeluhren aus den 40er-Jahren sind etwas leichter zu bekommen, deutlich günstiger und daher für Uhrensammler sehr geeignet als Anlageobjekt. Da nun aber auch die Asiaten Fliegeruhren als Wertanlage erkannt haben und daher die Nachfrage nach alten Vintage-Modellen ständig steigt, liegen die Renditen für solche Objekte jenseits der derzeitigen Bankenangebote. Das Wertsteigerungspotential ist noch nicht ausgereizt, meinen echte Sammler. Wie sich der Markt für Fliegeruhren entwickeln wird weiß also noch keiner, aber er wird auf jeden Fall größer.
Zu den klassischen Fliegeruhren mit langfristigem Wertsteigerungspotenzial gehört die Navitimer von Breitling. Im Laufe der Zeit wurde diese Uhr in unterschiedlichen Werken produziert und auf den Markt gebracht. Die ersten mit dem Logo „Aircraft Owner and Pilot Association“ (AOPA) wurde bereits ab dem Jahr 1952 hergestellt. Ab 1954 bis Ende der 50- er änderte man dann kurzfristig das Kaliber von einem Venus-Kaliber auf ein Valjoux 72 -Kaliber. Revidierte das danach aber wieder.
Heute produziert Breitling seine Uhren in einem eigenen Werk. Wegen der besonderen Veränderung in den Jahren zwischen 1952 und Ende der 50 -er, sind gerade die Uhren aus dieser Zeit besonders begehrt und als Wertanlage bringen sie heute mindestens einen mittleren vierstelligen Betrag.
Zu den renditestärksten Modellen gehören die Uhren von IWC. Die Marke bekam man damals für ein paar Hundert D-Mark. Heute bringen sie jedoch auf dem Sammlermarkt bereits bis zu vierstellige Beträge.