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In der Vorzeit gab es natürlich noch keine Uhren, da mussten die Menschen für ihre Einteilung der Zeit etwas anderes heranziehen. Anfänglich wurde der Tagesablauf durch den Sonnenaufgang und den Sonnenuntergang bestimmt, dazwischen lag noch der Höchststand der Sonne. Da es ja auch keinerlei Licht gab, war nach Sonnenuntergang eben Schluss mit Aktivitäten. Erst mit der Beherrschung des Feuers konnte der Tag verlängert werden.

Dann kamen im alten Ägypten die Sonnenuhren auf, die Tage wurden in Zeiteinheiten unterteilt, aber mit den Jahreszeiten gab es aber unterschiedlich lange Zeiteinheiten. Später entwickelten die Ägypter die Zeiteinteilung nach den Sternenbildern.

Epochal war dann dort die Erfindung der Wasseruhr. Sie gewährleistete eine genauere Zeiteinteilung auch im Dunkeln und eine relativ gleichmäßige Zeiterfassung. Später wurden diese Wasseruhren mit Räderwerken und Schwimmern beispielsweise in Griechenland weiterentwickelt, die eine Zeitanzeige auf Ziffernblättern zuließ. Darauf folgten die Römer, die die Technik der Sonnenuhren und Wasseruhren übernahmen. Mit dem Niedergang des Römischen Reiches ging in Europa auch die Kenntnis dieser Uhren verloren. In den islamischen Ländern dagegen wurden die Wissenschaften weiter groß betrieben und die Zeitmessung weiterentwickelt. Ein Beleg dafür ist die Wasseruhr, die Karl der Große von einem Kalifen geschenkt bekommen hat. In Europa wurden dann die bekannten Uhren und Zeitmessgeräte vor allem in den Klöstern weiterentwickelt. Im Mittelalter so ab dem Jahr 900 n. Chr. wurden neben den Sonnen- und Wasseruhren auch Kerzenuhren verwendet. Dabei wurden Kerzen mit einer bestimmten Brenndauer angezündet, teilweise mit Markierungen versehen, die eine gewisse Zeiteinteilung anzeigten. Später kamen dann auch Öllampen zum Einsatz, die mit Zündschnüren abgebrannt wurden.

Die technische Entwicklung der Uhr blieb nicht stehen

Uhren im heutigen Sinne wurden erst erfunden, als die Hemmung der bekannten Räderwerke gelang. Damit war ein gleichmäßiger Ablauf garantiert und eine genauere Zeitanzeige möglich. Die genaue Zeit zu kennen war damals durchaus notwendig, da zu bestimmten Zeitpunkten beispielsweise Stadttore geöffnet oder geschlossen wurden. Die Hemmung war also durchaus eine weitere epochale Erfindung. Die erste urkundlich erwähnte Räderuhr gab es 1335 in Mailand. Danach bekam bald jede Stadt seine Turmuhr oder Kirchturmuhr, meist auch schon mit Schlagwerk. Nach und nach konnten sich dann auch wohlhabende Bürger kleine eiserne Räderuhren in die Stube stellen. Man kam also allmählich zur Uhr im eigenen Haus. Im 14. Jahrhundert wurden dann auch noch die Sanduhren entwickelt, die aber nur eine relativ kurze Zeiterfassung zuließen. Im 19. Jahrhundert kamen sie wieder außer Mode. Nach dem Jahr 1400 n. Chr. entwickelte sich die Zunft des Uhrmachers.

Ab dem 15. Jahrhundert gab es wieder wesentlich Weiterentwicklungen. So bekamen die Uhren ein Gehäuse und durch Verwendung anderer Materialien und besseren Techniken wurden die Uhren immer kleiner. Dann kam die Metallfeder auf, die der Uhr einen bestimmten Antrieb verlieh. Peter Henlein aus Nürnberg baute so um 1500 n. Chr. die erste bekannte Taschenuhr.
Eine weiter epochale Erfindung war dann die Verwendung eines Pendels als Unruh. Damit konnte die Genauigkeit einer Uhr deutlich gesteigert werden. 1656 erbaute dann ein Holländer die erste Pendeluhr, der Stundenzeiger wurde mit einem Minutenzeiger ergänzt. Für die Schifffahrt waren genaue Uhren unabdingbar geworden, so erfand John Harris 1759 den ersten Marinechronometer.

Uhrenherstellung als Massenproduktion

In der Mitte des 19. Jahrhunderts mit der Industrialisierung setzte dann eine Massenproduktion von Uhren ein. In Deutschland vor allem in Schwarzwald. Die Taschenuhr, ein beliebtes Produkt in den USA wurde bald zum Verkaufsschlager. Mit dem Aufkommen der Elektrizität wurden dann bald auch elektrisch angetrieben Uhren gefertigt. In Verbindung mit dem Eisenbahnverkehr kam man allmählich von den damals herrschenden Ortszeiten ab und teilte die Welt nach Zeitzonen ein. Zu beginn des 20. Jahrhunderts wurden dann die Armbanduhren eingeglast, um Feuchtigkeit abzuhalten und die ersten Zeiger mit Leuchtanzeige wurden entwickelt.

Der Triumphzug der Uhren nahm letztendlich seinen Siegeslauf durch die Einführung der Automatik in den 1930er Jahren, dazu kam, dass die Uhren jetzt auch wasserdicht hergestellt werden konnten. Etwa zur gleichen Zeit wurde auch die Quarzuhr erfunden, also konnte man auch auf Zeiger verzichten. Die Räderuhren wurden weitgehend vom Markt verdrängt, erleben aber heute wieder einen enormen Zuspruch. 1967 wurden die Funkuhren eingeführt, die über eine auf tausendstel Sekunden genaue Atomuhr synchronisiert werden.

Perfekte Technik und edles Design

Heutzutage sind die Uhren mit einer perfekten Technik ausgestattet. Je nach Verwendungszweck mit elektrischem Antrieb direkt an das Stromnetz angeschlossen oder batteriebetrieben. Viele Uhren sind nun Funkuhren, die Zeit wird automatisch eingestellt und korrigiert. Manche Uhren funktionieren auch schon mit Solarenergie, die Energie wird in Akkus für die Nacht gespeichert. Dazu kommen hauptsächlich für Armbanduhren auch teuere Materialien wie Gold oder Platin, die aus einer Uhr eine echte Kostbarkeit machen.