Longines Lindbergh

Was haben die erste Alleinüberquerung des Atlantiks ohne Zwischenstopp in einem Flugzeug und eine der schönsten Uhren der Welt gemein? Beide leben von Mut und Mythos des Charles Lindbergh.

Die Geschichte der Longines Lindbergh begann 1927. Ein furchtloser Amerikaner machte sich zu einem Flug von New York nach Paris auf. Er hatte sich zum Ziel gesetzt, diese Strecke als erster Mann alleine non-stop zu bewältigen. Mit dem Gelingen dieses Abenteuers wurde Charles Lindbergh zu einer Ikone des Fliegens. Lindbergh vermarktete seinen Erfolg geschickt und wurde bald gefragter Berater bei der Schweizer Uhrenfirma Longines. Bei Longines versuchte man, eine Fliegeruhr zu entwickeln, die eine schnelle Positionsbestimmung möglich machen sollte. Lindbergh griff bei seinen Überlegungen auf die Ideen des amerikanischen Kommandanten Philip van Horn Weems zurück und erweiterte diese. 1931 startete der Verkauf der Longines Lindbergh, einer wunderschönen und technisch genialen Stundenwinkeluhr. Der Name Stundenwinkeluhr bezieht sich auf den Stundenwinkel von Greenwich, der als zentrales Moment der Längengradmessung direkt von der Uhr ablesbar ist. Mit einem zentralen drehbaren Hilfszifferblatt, das in Einklang mit dem Zeitzeichen des Radios zu bringen ist, lässt sich eine exakte Lagebestimmung vornehmen. Diese Idee ist ebenso einfach wie genial und ist einer der Gründe für den sensationellen Erfolg der Longines Lindbergh.
Ganz als Fliegeruhr entwickelt, hatte die Uhr einen Durchmesser von 47,5 mm und war mithilfe einer großen Zwiebelkrone aufzuziehen, die auch mit Pilotenhandschuhen zu greifen war. Das verwendete Kaliber war ein Handaufzugskaliber 18.69 N mit Zentralsekunde.

Longines Lindbergh – die nächsten Generationen

Schon 1948 kam die zweite Generation der Longines Lindbergh auf den Markt. Im Durchmesser ebenso groß wie die erste, erhielt auch sie ein Handaufzugskaliber, diesmal 37.9.
Der sechzigste Jahrestag der Lindbergh-Überquerung wurde von der Firma Longines, welche mittlerweile vom SMH-Konzern übernommen wurde, zum Anlass genommen, eine Kollektion der Stundenwinkeluhr als dritte Generation der Longines Lindbergh in den Verkauf zu bringen. Die mit Mineralglasboden versehene Uhr war wesentlich kleiner als das Original, bot aber einen ausgezeichneten Blick in das Uhrwerk. In ihr fand das letzte in den Longines Werken produzierte extrem flache Automatikkaliber Platz, das später durch ein Lemania Kaliber 8810 ersetzt wurde.
Die ursprüngliche Longines Lindbergh aber begeisterte Uhrensammler weiter, so dass das Unternehmen im Jahr 1990 eine auf 100 Stück limitierte Neuauflage des Originals zum Verkauf anbot. Es folgt eine Replika-Serie im Jahr 2002, die dem Durchmesser der Originaluhr entsprach. 2007 wurde eine weitere Replika-Serie auf den Markt gebracht, die mit einem Automatikwerk L699.2 versehen war.

Schönheit und Technik der Longines Lindbergh

Die Longines Lindbergh vereint technische Raffinesse und wunderschönes Design. Nicht umsonst ist die Longines Lindbergh eine der begehrtesten Uhren bei den Sammlern. Die Original-Uhr bestand aus 925er Sterling Silber und war mit einem Krokodillederarmband ausgerüstet. Die Zeiger sind im Breguet-Stil gehalten. Die späteren Modelle und Replika sind aus Gelbgold oder Stahl gefertigt.
Besonders begehrt bei den Sammlern sind die Modelle der ersten beiden Generationen, das erste Modell mit Automatikkaliber und die Modelle aus Gold aus den streng limitierten Auflagen. Die Modelle mit großem Durchmesser sind beliebter als die kleineren.

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