Nomos Uhrenmanufaktur aus Glashütte

1906 gründete der Kaufmann Guido Müller in Glashütte die Uhrenmanufaktur Nomos. Die Idee, Uhren im sächsischen Städtchen Glashütte zu bauen, entstand wie viele erfolgreiche Geschäftsideen, aus einer Not heraus: nach dem Niedergang der Bergbauindustrie etablierte sich der Uhrenbau in dieser Gegend, zunächst allerdings mit Kuckucksuhren. Erst 1845 brachte Ferdinand Adolf Lange die Uhrmacherei, wie sie in den Folgejahren weltweite Beachtung errang, nach Glashütte. Nach wechselvollen Zeiten etablierten sich nach dem ersten Weltkrieg als erste Hersteller von Armbanduhrenwerken in Deutschland die „Uhren-Rohwerke-Fabrik AG“ und die „Uhrenfabrik Glashütte AG“. Im Zweiten Weltkrieg wurden, situationsbedingt, vor allem Fliegeruhren, Schiffschronometer, aber auch Zeitzünder hergestellt. Nach dem Krieg wurden zu DDR-Zeiten alle ansässigen Betriebe in der „VEB Glashütter Uhrenbetrieb“ zusammengeschlossen.

Nomos Uhrenherstellung – Ende, Wende und Neubeginn

1906 gründete Guido Müller in Glashütte die Firma Nomos. Uhren aus Glashütte hatten in dieser Zeit weltweit bereits einen unangefochtenen Ruf, was ihre Qualität und Exklusivität betraf. Da Müller in seine Uhrenmodelle jedoch damals deutlich günstigere schweizer Uhrwerke einbaute, diese jedoch als Glashütter Uhren anbot, wurde bereits 1907 ein Prozess angestrengt, der nach fünfjährigen Verhandlungen zur Schließung des Werks führte. Erst 1991 gründete Roland K. Schwertner die Firma Nomos, angeregt durch die Geschichte und den Ruf der „Glashütter Uhrenmanufakturen“, neu. Zunächst wurde, wie in den Anfangstagen der Marke, wieder ein Schweizer Serienwerk des Kalibers Eta / Peseux 7001 eingebaut, von dem nach intensiven Weiterentwicklungen heute jedoch nur noch wenige Teile Verwendung finden.

Nomos Uhren sind moderne Klassiker

Aktuell gelten Nomos Uhren vielen Kennern und Liebhabern bereits als „Moderne Klassiker“. Kein Zufall, bekennt sich doch bereits das schlichte, elegante Äußere der Nomos-Uhren zu den sachlich klaren Linien des Bauhaus-Stils, der in allen Modellen der Manufaktur aufscheint und variiert wird. So auch im bekanntesten Uhrenmodell Tangente, die in mehreren Varianten hergestellt wird, unter anderem mit Datum, Gangreserveanzeige, Glasboden oder als etwas voluminösere Automatikuhr „Tangomat“. Die robusteste Ausführung ist die garantiert wasserdichte „Sport“.

Breite Palette an Uhrenmodellen

Unter den weiteren Nomos-Modellen findet sich die Schmuck-Uhr „Orion“ oder die klassische „Ludwig“, das einzige Nomos-Modell mit römischen Ziffern. Weitere Merkmale dieses Modells sind die betont schlanke Lunette (die Randeinfassung des Zifferblatts) und die feingliedrigen Anstöße (Verbindungsstege zum Uhrband). Die oft als feminin empfundene „Tetra“ gilt vielen als quadratische Schwester des Modells „Tangente“. Die robuste NOMOS Club wird, neben der „Tangente Sport“, ebenfalls explizit als „wasserdicht“ angeboten. Das Modell „Zürich“ gilt als weltläufig elegant, was die Ausstattungsvariante mit Weltzeituhr unterstreicht. Die verschiedenen Kaliber (Werke) der Nomos-Modelle werden mit griechischen Buchstaben gekennzeichnet und heute nach Angaben der Manufaktur zu „75–95 %“ bei Nomos produziert.

Bänder der Nomos Uhren

Was bei Orden wichtig ist, ist für Nomos Uhren mindestens ebenso bedeutend: die Bänder der Nomos Uhren werden aus ganz besonderem Material hergestellt, dem „Shell Cordovan“, geschnitten aus dem Leder der Hinterbacken von Pferden. Nur dieses Leder gilt als besonders fehlerfrei, das heißt unbeschädigt durch Bisse und Kratzer.

Die Firma Nomos sieht sich als Hersteller hochfeiner, mechanischer Uhren mit besonderem Akzent auf Werthaltigkeit ihrer Produkte und Nachhaltigkeit bei deren Produktion.

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